Meine Trotzdemruhe und gebackener Brie mit Apfelchutney

Mir lüpfts dr Dechu! denke ich heute öfter als ich Deckel habe. 

Es ist einer dieser Tage, an denen sich der Schlafmangel und die schlechte Laune treffen. Bei mir. Und dann einfach nicht mehr gehen wollen.

Es ist einer dieser Tage, an denen ich soviel möchte und buchstäblich nichts gebacken kriege.Und schon gar nicht zu der Ich – Zeit komme, die ich grad so dringen brauche. Es ist ein Tag, an dem die eigenen Bedürfnisse aber einfach endlich mal wieder gehört werden wollen. Und zwar jetzt! 

Diese wundersame Welt, Trampelwege und Couscous

Am Abstimmungssonntag stressten Himself und ich kurz vor Urnenschluss ins Wahllokal. Warum, in aller Welt, schaffen wir es nie gemütlich brieflich abzustimmen? War aber eigentlich ganz gut, denn einmal draussen, beschlossen wir, an diesem grauen Regensonntag, doch noch einen Spaziergang zu machen. Und zwar nahe an unserem früheren Zuhause, dem kleinen Häuschen nahe am Waldrand, welches Lilys erstes Zuhause war, im Winter etwa so kalt wie bei der Eiskönigin zu Hause und mit netten Mausemitbewohnern.

Ein Walross auf Tour und ein herbstlicher Flammkuchen

onntagabend war ich im Theater – seit Jahren wieder einmal. Ich glaube, ich wäre die strengste Theaterkritikerin überhaupt, denn mir gefällt selten etwas. Ich freute mich jedoch darauf, mal wieder auszugehen und zog mit Big T. und Onkele los. Wir sahen uns Bea von Malchus mit Yankee Jodel an (es geht um Mark Twain in den Alpen, der verzweifelt einen Bestseller schreiben muss und jeden Sonnenaufgang verpennt).

Diese wundersame Welt, Pu der Bär und ein Apfelrisotto

Lily ist krank. So richtig. Zum ersten Mal. Sie liegt neben mir im Bett, ganz blass und unwohl und klein und ankuschlig, bloss nicht alleine sein will sie jetzt! Also bleibe ich liegen, neben ihr, den ganzen Tag. Das gibt mir Zeit für meine neuste Obsession: Bücherschlussätze lesen und nach Schönheitsgrad zu ordnen.

Diese wundersame Welt und ein Spätsommercurry

Kinder zu haben, so sagt man, lehre einen multitasken. Ja, es multitaskt mir, von ganz alleine und ehrlicherweise teilweise im Negativbereich. Während ich dies schreibe überläuft die Badewanne gemütlich und das Essen brennt an.  Sinnbildlich gesprochen. Glaube ich jedenfalls, wart mal kurz…

Aber die Espressobombe starten, ohne sie mit Wasser zu füllen, passierte mir gleich eben wieder, mein Brot geht beim Aufarbeiten ständig vergessen, grad dass ich nicht Öl erhitze und währenddessen mit Lily losziehe, um den Nachbarsziegen Hallo zu sagen.

Diese wundersame Welt, meine allerliebste Jahreszeit und Ofenkürbis

Der Herbst ist meine allerliebste Jahreszeit. 

Dafür habe ich gute Gründe. Stiefel. Meine treue alte Lederjacke. Ein farbiger Schal. Schnee auf den Bergen. Kühle Luft und eine farbige Welt. Lilys Geburtstag. Kürbis mit Feta. Ein heisser Zimttee. Mit viel Zucker.  Und ja, «bake off» läuft wieder im Fernseher. 

Pains au choc

Ich erinnere mich an eine Reise, die ich alleine mit meinem Vater gemacht habe. Es war im Frühling 99, kurz davor war meine Grossmutter gestorben. Meine Schwester arbeitete damals in England und wir beschlossen, sie zu besuchen. Wir fuhren los in Richtung Frankreich, übernachteten in kleinen Landhotels irgendwo im Nichts, besuchten das Schloss Versailles und McDonalds, etwas was wir stets nur in den Ferien taten. Blühende Rapsfelder zogen Kilometer um Kilometer am Autofenster vorbei.

Diese wundersame Welt, vom Sommereinfangen und Konfitürekochen

Ich sehe rot. 

Sie sind überall, die Tomaten. Inmitten darin stehen Himself und ich bis zu den Ellenbogen in Kochtöpfen und konservieren den Sommer für kalte Winterabende, leuchtend und rot und wärmend. Gläser, gefüllt mit Tomatenkonfitüre, Tomatensauce und Tomatenrelish, stehen stolz in Reih und Glied auf der Kücheninsel, kleine Schönheiten allesamt. 

Spanakopita

Wie heisst er, der Grieche mit dem grossen Stein? Den er immer und immer wieder vergeblich den Berg hochbugsiert? 

Wie auch immer, so fühle ich mich grad. Was für eine unendliche Geschichte Alltag doch ist. Aufräumen, Kochen, Füttern, Waschen, Aufräumen, Waschen, Füttern, Kochen, Einkaufen… Aber ja, so ischs Lääbe ääbe, ich finde das eigentlich gar nicht so schlimm, richtig mühsam finde ich das innere Hamsterrad. Negative Gedanken, die mich zurückhalten, hinunterziehen, mir schlechte Laune machen! Gedanken die, sooft ich mich auch schüttle, noch immer irgendwo zu kleben scheinen und mich irgendwann pieksen, meist dann, wenn ich gar nicht mit ihnen rechne, mit diesen kleinen fiesen Gedankenstichen. Meist dann, wenn grad alles so schön und glücklich wäre. 

Diese wundersame Welt, der Schlaf und ein Espresso

Die Sache mit dem Schlaf. Ein grosses Thema, wenn man grad Eltern geworden ist. Ich glaube das war die Frage Nummer 1. Wie geht es mit dem Schlafen? Kriegt ihr genügend Schlaf? Wie schläft sie denn so?

Ich war erstaunt. Ich wollte über alles andere reden, alles das Neue, Schöne, Furchterregende, Glücklichmachende, über all das was ich erreicht habe, mit diesem kleinen Mädchen in meinem Arm. Schlaf war nicht prioritär und ich verstand die Leute nicht die das anders sahen.