Vom Wiedereinsteigen, sanften Tagen und Alpträumen

Der Berufsalltag (also jenen, in dem ich für meine Arbeit tatsächlich bezahlt werde…) liegt vor mir, wie ein stiller See, dunkel und noch unbekannt; wie ein Wasserloch in der Savanne, ein Ort, wo es Wasser gibt und Austausch mit anderen (gerade darauf freue ich mich besonders). Doch beim Wasserloch gibts immer auch die Löwen und Krokodile, und nein, hihi, meine

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Meerblau, zypressengrün, lavendel

Wir packten unsere Koffer und Taschen und dann, an einem frühen Frühsommermorgen zogen wir los – über graue Strassen durchs grüne Mittelland, den Blick auf den Jura, auf Weinberge, den grossen See, über die Grenze nach Frankreich und immer weiter in Richtung Süden, vorbei an Walnussbäumen, alten Burgen, schroffen Felsen, dichten Wäldern und trockenem Land. Provencezypressen, mittelalterliche Dörfer auf Hügeln,

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Ich. Im Irgendwo zwischen Mary Poppins und Rumpelstilzchen.

Ich versuchte zu schreiben. Doch die Gedanken spielten Verstecken und die Worte machten sich hart und krümelig, blieben im Hals stecken und zerbröselten unter meinen Fingerspitzen. So war ich kurz davor, die Wortbrosmen nach „Geschreibsel“ zu verbannen, in den Ordner also, in dem sie alle landen, die Texte, die sich wie geschriebene Kritzeleien anfühlen.

April – und wie er mir um die Ohren flog

Der April flog nur so davon – und mir um die Ohren.  Er begann mit einem Autounfall. Und nein, ich habe nicht zu laut die Kinderlieder mitgejohlt und dabei die Kontrolle verloren – ein Idiot fuhr in uns hinein – zu fröhlich und zu schnell und sein Auto tütschte unsers wie ein Osterei. Zack. 

Alltagsschnipsel. Und die grossen Fragen.

Es ist ein Morgen, samtig wie junge Perserkätzchen. Irgendwie habe ich für alles Zeit und Geduld und Kraft, sogar in Ruhe kochen kann ich. Aus dem Wohnzimmer höre ich Lilys Geplapper und leises Feengurren. Ich schneide Gemüse klein, mache sauber, rühre gemütlich im Topf. Sogar einen Kaffee braue ich mir. So ein Morgen mit den Kleinen ist doch ganz entspannt,

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Das Sonntagabendgefühl

Das Sonntagabendgefühl schlich sich an, bloss war es nicht Sonntag und schon gar nicht abends; es war ein heiterheller Montagmorgen. Sonnig noch dazu. Es kam.  Seufzte.  Und blieb. Es machte sich breit und gemütlich, begleitete mich überall hin, etwa zum Einkaufen. Fröhlich singend (gut, wohl eher traurig summend, aber jedenfalls nervig) sass es neben mir auf dem Beifahrersitz, schmuggelte mir

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Schlaflose Nächte und Frühe Feenmorgen

Nicht viel Neues hier. Meistens bin ich abends so genudelt, dass ich viel zu müde bin, um noch zu schreiben.  Der Winter verkleidet sich als Frühling.  Lily ist eine kleine Elster. Sie schleicht zu meinem Schmuckkästchen, zieht mit spitzen Fingern eine Kette hervor. „Darf ich die brauchen“? fragt sie mich. „Wenn du gut drauf aufpasst“, sage ich und lasse ich

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Die Erinnerungstasche

„Mama, bitte verzell mir wo ni bi äs chlins Bebe gsi“, bettelt das grosse Mädchen und kuschelt sich dabei an mich. Sie schaut mich erwartungsvoll an, mit einer gewissen Vorfreude, ich sehe sie in ihren Augen glitzern. Also öffne ich die volle Erinnerungstasche und wir kramen darin. Ich kenne die Geschichten, die sie ganz besonders mag, und gemeinsam holen wir

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Von Wies. Und Neuanfängen.

Die Tage flogen dahin, schnell wie ein Schwarm wild aufgescheuchter Vögel und sie schmolzen ineinander über wie silbrig glänzendes Blei in einer weiten Silvesternacht, rochen nach Kerzenwachs, Winterregen und Maispops und sie raschelten wie glitzerndes Geschenkpapier. Sie zeigten sich mal matschgrau, dann wieder sternenklar und schneeweiss funkelnd. Sie waren gesellig, fröhlich, und ab und zu auch leicht gereizt, genau wie

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