Videotagebuch Nr. 1 – schwarze Perlen

Die schlaflosen Nächte reihen sich aneinander, wie schwarze Perlen an einer ziemlich zerbrechlichen Kette. Samstagnachmittag, nach Lilys Schwimmkurs, packt Himself einen kleinen Koffer, die Mädchen ins Auto und zusammen fahren sie zu seinen Eltern, damit ich mal wieder eine Nacht schlafen kann. Kurz fühle ich mich orientierungslos, dann fast panisch – es gibt so viel, das ich machen möchte. Die

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Von Plitschplatschs, Lemmingen und Mut

Wir gehen an die Aare. Das Picknick vergesse ich, doch hättichdoch und wärichdoch und solltichnoch? sind mit dabei. Manchmal fällt es mir so schwer, im Moment zu leben. Eine Wasseramsel putzt sich – völlig weltvergessen – im kalten Wasser. Der Herbst steht der Aare gut, dunklere Erdtöne zum hellen Wasser, Farbklekser überall in den Wäldern rundherum. Plitsch, Platsch, werfen die

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Staubwolken & Geschichten

Die Tage rennen davon. Klingt nach Klischee, ist aber beunruhigend wahr. Wie können sie nur so schnell sein? Sie rennen und hinterlassen Staubwolken und Erinnerung. Manchmal schimmert sie, manchmal ist sie dumpf und stumpf, so dass ich ihr am liebsten i schiesse di i Küdel zurufen möchte, wie Lily dies tut, wenn sie wütend ist. Manchmal kann ich mich an

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Herbstträume

Herbst. Der Morgennebel wickelt sich über die Aare, und die Wolken werden groß und spätsommrig, helle Watte an hellem Blau, von einer ganz schön kühlen Bise manchmal ganz schön verzogen. Viele Äpfel sind bereits im Sommer vom Baum gefallen, einfach so, und so lagen sie da, verteilt wie kleine Ausrufezeichen.

15 Minuten

Jeden Tag versuche ich zu schreiben. Ein bisschen jedenfalls, 15 Minuten, nehme ich mir vor. Während ich vor dem blinkenden Curser sitze, verstecken sich meine Schreibgedanken eifrig, hinter Töpfen und unter Pfannendeckeln und selbst im staubigen Sofaspalt. 15 Minuten, sage ich mir, komm schon. Warum? Weil Schreiben einzig und alleine meine Zeit ist, nur für mich. Weil ich manchmal genug

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Perlmutter

Immer öfter scheine ich über fiese Alltagsberge zu schreiben, über Geschnaube und Gefauche, dunkle Wolken, wenig Schlaf, Weltschmerz, Sehnsucht und Enge. Doch heute nicht, denn heute will ich über Schönheit und Alltagsperlen schreiben, wie etwa über den ersten Schluck Kaffee, über Lily, die kurz aufschaut, i bi stolz uf di, Mama murmelt und weiterspielt. Über tanzendes Sommerlicht hinter grünen Blättern,

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Der Rabe

Ich träumte von zwei Raben, die führten einen sonderbaren Tanz auf. Dazu las ich Lily aus einem Rabenbuch vor. „Der Rabe sitzt im Lichtschein“ las ich und zeigte dabei auf den schwarzen Vogel, wie er auf einem sonnenbeschienenem Dreieck sass, drumherum Schatten. Mein Vater trat aus einer Tür. Siehst du nach sieben Jahren frisch aus, rief ich, ehrlich erstaunt. Er

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Der rote Teppich

Arrgh. Mal wieder eine Nacht mit zu wenig Schlaf. Der Tag scheint (zu) hell und (zu) lang, er rollt sich aus wie ein roter Teppich, bloß mit weniger Glamour und mehr Alltag. Lily tanzt wild darauf herum – zu den Kindergartenhits, die sie aktuell so liebt, mir allerdings bereits zu den Ohren heraushängen. Es gibt einfach zu wenig gute Kindermusik,

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Ein Jahr… und ein grosses Hiphiphurra

Ein Jahr schon, seid das kleine Sturmmädchen geboren wurde und unser Leben wundersam durcheinander wirbelte, ein Jahr, seid sie ihren Zauber in diese Welt brachte, und dies immer noch tut, jeden Tag: Zauber und Wirbel, Staubwolken, Maispopsreste – überall- Neues und Buntes, Anstrengendes und Wunderbares.