• Der Rabe

    Ich träumte von zwei Raben, die führten einen sonderbaren Tanz auf. Dazu las ich Lily aus einem Rabenbuch vor. „Der Rabe sitzt im Lichtschein“ las ich und zeigte dabei auf den schwarzen Vogel, wie er auf einem sonnenbeschienenem Dreieck sass, drumherum Schatten. Mein Vater trat aus einer Tür. Siehst du nach sieben Jahren frisch aus, rief ich, ehrlich erstaunt. Er antwortete nichts darauf, sondern betrachtete den Raben und fragte ihn, warum er bloss so himmeltraurig in die Welt schaue.

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  • Der rote Teppich

    Der rote Teppich

    Arrgh. Mal wieder eine Nacht mit zu wenig Schlaf. Der Tag scheint (zu) hell und (zu) lang, er rollt sich aus wie ein roter Teppich, bloß mit weniger Glamour und mehr Alltag. Lily tanzt wild darauf herum – zu den Kindergartenhits, die sie aktuell so liebt, mir allerdings bereits zu den Ohren heraushängen. Es gibt einfach zu wenig gute Kindermusik, die auch Erwachsene mögen. „Eltern sein ist so…“ Fehlannahme 287: Kinder hören die Musik gerne, die die Eltern ihnen von klein an vorspielen… Vielleicht irgendwo bei irgendwem, meine Kleinen jedenfalls lieben dieses ganze Rämtämtäm, in der es von Bären und Clowns wimmelt. Jetzt hören wir was, das mir gefällt, wird mit lauten Protestrufen begleitet. 

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  • Ein Jahr… und ein grosses Hiphiphurra

    Ein Jahr… und ein grosses Hiphiphurra

    Ein Jahr schon, seid das kleine Sturmmädchen geboren wurde und unser Leben wundersam durcheinander wirbelte, ein Jahr, seid sie ihren  Zauber in diese Welt brachte, und dies immer noch tut, jeden Tag: Zauber und Wirbel, Staubwolken, Maispopsreste – überall- Neues und Buntes, Anstrengendes und Wunderbares. 

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  • Vom Wiedereinsteigen, sanften Tagen und Alpträumen

    Vom Wiedereinsteigen, sanften Tagen und Alpträumen

    Der Berufsalltag (also jenen, in dem ich für meine Arbeit tatsächlich bezahlt werde…) liegt vor mir, wie ein stiller See, dunkel und noch unbekannt; wie ein Wasserloch in der Savanne, ein Ort, wo es Wasser gibt und Austausch mit anderen (gerade darauf freue ich mich besonders). Doch beim Wasserloch gibts immer auch die Löwen und Krokodile, und nein, hihi, meine Arbeit ist absolut ungefährlich, aber halt doch mit Verantwortung verbunden und einem gewissen sich exponieren.

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  • Meerblau, zypressengrün, lavendel

    Wir packten unsere Koffer und Taschen und dann, an einem frühen Frühsommermorgen zogen wir los – über graue Strassen durchs grüne Mittelland, den Blick auf den Jura, auf Weinberge, den grossen See, über die Grenze nach Frankreich und immer weiter in Richtung Süden, vorbei an Walnussbäumen, alten Burgen, schroffen Felsen, dichten Wäldern und trockenem Land. Provencezypressen, mittelalterliche Dörfer auf Hügeln, die Kirche wie eine fette Spinne mittendrin, und dann, irgendwann – das dunkle Glitzern des Mittelmeers.

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  • Ich. Im Irgendwo zwischen Mary Poppins und Rumpelstilzchen.

    Ich. Im Irgendwo zwischen Mary Poppins und Rumpelstilzchen.

    Ich versuchte zu schreiben. Doch die Gedanken spielten Verstecken und die Worte machten sich hart und krümelig, blieben im Hals stecken und zerbröselten unter meinen Fingerspitzen. So war ich kurz davor, die Wortbrosmen nach „Geschreibsel“ zu verbannen, in den Ordner also, in dem sie alle landen, die Texte, die sich wie geschriebene Kritzeleien anfühlen.

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  • April – und wie er mir um die Ohren flog

    April – und wie er mir um die Ohren flog

    Der April flog nur so davon – und mir um die Ohren. 

    Er begann mit einem Autounfall. Und nein, ich habe nicht zu laut die Kinderlieder mitgejohlt und dabei die Kontrolle verloren – ein Idiot fuhr in uns hinein – zu fröhlich und zu schnell und sein Auto tütschte unsers wie ein Osterei. Zack

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  • Alltagsschnipsel. Und die grossen Fragen.

    Alltagsschnipsel. Und die grossen Fragen.

    Es ist ein Morgen, samtig wie junge Perserkätzchen. Irgendwie habe ich für alles Zeit und Geduld und Kraft, sogar in Ruhe kochen kann ich. Aus dem Wohnzimmer höre ich Lilys Geplapper und leises Feengurren. Ich schneide Gemüse klein, mache sauber, rühre gemütlich im Topf. Sogar einen Kaffee braue ich mir. So ein Morgen mit den Kleinen ist doch ganz entspannt, denke ich mir. Dann erschrecke ich, denn als ich mich umdrehe, stehen mir stehen zwei Kaminfeger gegenüber. Also einer steht, der andere krabbelt. (mehr …)

  • Das Sonntagabendgefühl

    Das Sonntagabendgefühl

    Das Sonntagabendgefühl schlich sich an, bloss war es nicht Sonntag und schon gar nicht abends; es war ein heiterheller Montagmorgen. Sonnig noch dazu.

    Es kam. 

    Seufzte. 

    Und blieb.

    Es machte sich breit und gemütlich, begleitete mich überall hin, etwa zum Einkaufen. Fröhlich singend (gut, wohl eher traurig summend, aber jedenfalls nervig) sass es neben mir auf dem Beifahrersitz, schmuggelte mir eine Menge Schokolade in meine Einkäufe, fuhr dann schweigend mit zurück, setzte sich an den Tisch und folgte mir schliesslich anhänglich wie ein junges Kätzchen in die Küche, wo es sich an den Kühlschrank lehnte und mich mit traurigen Augen beobachtete. „Was willst du hier? Jetzt?“ fragte ich und schloss dabei wütend eine Schranktür.

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  • Weltschmerz

    Ich schaue der Sonne beim Aufgehen zu – im Osten dieser flimmernde Feuerball und dabei wird mir kalt, richtig kalt, mit Hühnerhaut und aufgestellten Härchen.

    Dann lese ich die News. Und bin traurig. Wütend. Hilflos.

    Das Seltsame ist, dass alles so normal wirkt.

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