diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Der Tag beginnt mit roten Tulpen. Und Toast. Er riecht lecker, nach Frühling und Frühstück.

Dann beginnt er, mich zu nerven. Mit kleinen Dingen nur, aber meistens sind es ja die kleinen Dinge, die uns halb in den Wahnsinn zu treiben, wenn wir sie denn lassen. 

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Klaus, der Sturm, fegt über die Veranda, wirbelt und weibelt und klopft gegen die Scheiben. Gedankenmuster wirbeln irgendwo in meinem Kopf, schnell und flüchtig. So richtig einfangen kann ich sie nicht. Hey Siri, spiel Dolly Parton, sage ich, keine Ahnung, wieso. Aber sobald Jolene, Jolene plötzlich in meinem Wohnzimmer steht, weiss ich, dass ich genau das jetzt brauche. Jolene, Jolene, Jolene, singt Lily sofort mit. Die Wahl scheint ihr zu gefallen, normalerweise will sie immer Kindalieda hören (wir haben uns die deutschen Kindalieda bereits so oft angehört, dass sie angefangen hat den r zu rugelen. «Oh, gugg, rrrräge», oder «o gugg rrrrross» murmelt sie jeweils fröhlich oder will noch schnell auf die Rrrrutschbahn. 

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Ich schreibe Listen. Einkaufslisten, to – do Listen, Pro und Contra Listen, Namenslisten. 

Wir ziehen um. Ein Haus weiter, aber dennoch, und jetzt schreibe ich diese Listen, zu oft und häufig bloss in meinem Kopf, meist mitten in der Nacht, wenn ich mich mal wieder hin und her wälze. Irgendwann fallen die Nachtgedanken dann leise durch die weiten Schlafmaschen.

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Heute erzähle ich eine schöne Geschichte. Eine, voller Hoffnung (auch wenn sie sich teilweise nicht so lesen wird…)

Sie beginnt an einem dieser letzten schönen Herbsttage, einer mit goldenem Licht und bunten Blättern und Kürbis. Die Menschen strecken nochmals ihre Gesichter zur Sonne. Die Katzen liegen auf der aufgewärmten Mauer und schlecken sich die Pfoten. Das Plus, das eben auf dem Ergebnisfeld erschienen ist, schaut mich ungläubig an. Ich schaue ebenso ungläubig zurück.

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Leute, Leute was passiert nur grade? Ich fühle mich,  als würde ich einem Unfall in Zeitlupe zusehen. Jeden Tag aufs Neue. 

Aber heute will ich über was Schönes reden. Über ein Buch. 

Midnight Chicken –  die Geschichte beginnt  mit einem Huhn – ist ein Kochbuch, aber es ist auch eines jener Bücher, die man sorgfältig öffnet, vorsichtig darin blättert, eines das man geniesst und eines, das sich einen speziellen Platz erschleicht – im Bücherregal wie auch beim Leser. Mir ging es jedenfalls so. Ich habe (noch) kein einziges Rezept ausprobiert, aber die Geschichten dazu verschlungen. Ella Risbridger schreibt sanft und schön und spannend. 

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Hallo? Kennt ihr mich noch? (Ich räuspere mich, schiele schüchtern vom Türrahmen her und getraue mich noch nicht so richtig hinein). 

Wir waren in den Ferien. 

Und die Zeit war weit. 

Da ich immer noch nicht ganz aufgetaut bin (und ja, es waren kalte Ferien, der Herbst zeigte sich vor allem nassgrau und neblig), zeige ich euch hier einfach ein paar Einblicke. 

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Das helle Mittagslicht sucht sich den Weg in unser mit einer luftigen Gardine abgedunkeltes Schlafzimmer und bildet tanzende Schattenbilder. Es ist Zeit für Lilys Mittagschlaf. Eigentlich. Sie hat andere Pläne, heute schon wieder… Eben musste sie noch ganz dringend ihren Esel mit Wasserfarbe bemalen. Und einen Turm bauen. Auf der Matratze hüpfen. Und sich ein Buch erzählen lassen. Kurz kuschelt sie sich zwar zu mir, und schliesst die Augen. Ich versuche, den Moment einzufangen und aufzuhalten obschon ich weiss, dass es mir nicht gelingen wird. Sie wird gross. Schnell. Und jeden Tag ein bisschen anders.

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Lily betrachtet ein Foto und meint: Bach. Nein sage ich, das ist das Meer. Und ich fühle dabei ein Fernweh, eine Sehnsucht und die ist gross und stark. Ach Freunde, ich habe Frust. Vom Trott und Alltag und Der Allgemeinen Enge. Und Zweifel habe ich auch. Manchmal denke ich, hier genauso schlecht hineinzupassen, wie ein Pickel auf die Nase.

 

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