Ich. Im Irgendwo zwischen Mary Poppins und Rumpelstilzchen.

Ich versuchte zu schreiben. Doch die Gedanken spielten Verstecken und die Worte machten sich hart und krümelig, blieben im Hals stecken und zerbröselten unter meinen Fingerspitzen. So war ich kurz davor, die Wortbrosmen nach „Geschreibsel“ zu verbannen, in den Ordner also, in dem sie alle landen, die Texte, die sich wie geschriebene Kritzeleien anfühlen. Doch…

April – und wie er mir um die Ohren flog

Der April flog nur so davon - und mir um die Ohren.  Er begann mit einem Autounfall. Und nein, ich habe nicht zu laut die Kinderlieder mitgejohlt und dabei die Kontrolle verloren - ein Idiot fuhr in uns hinein - zu fröhlich und zu schnell und sein Auto tütschte unsers wie ein Osterei. Zack.  Uns…

Alltagsschnipsel. Und die grossen Fragen.

Es ist ein Morgen, samtig wie junge Perserkätzchen. Irgendwie habe ich für alles Zeit und Geduld und Kraft, sogar in Ruhe kochen kann ich. Aus dem Wohnzimmer höre ich Lilys Geplapper und leises Feengurren. Ich schneide Gemüse klein, mache sauber, rühre gemütlich im Topf. Sogar einen Kaffee braue ich mir. So ein Morgen mit den…

Das Sonntagabendgefühl

Das Sonntagabendgefühl schlich sich an, bloss war es nicht Sonntag und schon gar nicht abends; es war ein heiterheller Montagmorgen. Sonnig noch dazu. Es kam.  Seufzte.  Und blieb. Es machte sich breit und gemütlich, begleitete mich überall hin, etwa zum Einkaufen. Fröhlich singend (gut, wohl eher traurig summend, aber jedenfalls nervig) sass es neben mir…

Weltschmerz

Ich schaue der Sonne beim Aufgehen zu – im Osten dieser flimmernde Feuerball und dabei wird mir kalt, richtig kalt, mit Hühnerhaut und aufgestellten Härchen. Dann lese ich die News. Und bin traurig. Und wütend. Und hilflos. Das Seltsame ist, dass alles so normal wirkt. Die Sonne steht jetzt schon weiter am Himmel, strahlend und…

Schlaflose Nächte und Frühe Feenmorgen

Nicht viel Neues hier. Meistens bin ich abends so genudelt, dass ich viel zu müde bin, um noch zu schreiben.  Der Winter verkleidet sich als Frühling.  Lily ist eine kleine Elster. Sie schleicht zu meinem Schmuckkästchen, zieht mit spitzen Fingern eine Kette hervor. „Darf ich die brauchen“? fragt sie mich. „Wenn du gut drauf aufpasst“,…

Die Erinnerungstasche

„Mama, bitte verzell mir wo ni bi äs chlins Bebe gsi“, bettelt das grosse Mädchen und kuschelt sich dabei an mich. Sie schaut mich erwartungsvoll an, mit einer gewissen Vorfreude, ich sehe sie in ihren Augen glitzern. Also öffne ich die volle Erinnerungstasche und wir kramen darin. Ich kenne die Geschichten, die sie ganz besonders…

Von Wies. Und Neuanfängen.

Die Tage flogen dahin, schnell wie ein Schwarm wild aufgescheuchter Vögel und sie schmolzen ineinander über wie silbrig glänzendes Blei in einer weiten Silvesternacht, rochen nach Kerzenwachs, Winterregen und Maispops und sie raschelten wie glitzerndes Geschenkpapier. Sie zeigten sich mal matschgrau, dann wieder sternenklar und schneeweiss funkelnd. Sie waren gesellig, fröhlich, und ab und zu…

Ein alter Prophet

Die langen Nächte sind nur kurz. Die kleine Fee weckt mich oft, um ein paar Schlückchen zu trinken, die Nähe zu spüren und dann gleich wieder einzuschlafen, so als wollte sie sich vergewissern, dass ihre Welt noch stimmt. Muss ja auch schön sein, denke ich mir, wie im Land wo Milch und Honig fliesst.  Das…

Wenn Feen schlafen…

Als das grosse Mädchen noch ein Baby war, hielt ich oft im Arm, wenn sie schlief. Las dazu was, oder drückte auf dem Handy rum oder blickte einfach staunend auf das kleine Leben. Es waren lange (und ehrlicherweise manchmal auch langweilige), aber kostbare Momente. Denn ich lernte ihren Atem kennen, ihren Geruch, ihren Zauber. Und…