diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Die Montagsmorgenmüdigkeit hängt sich schwer an meine Augen und ich blinzle das letzte bisschen Schlaf weg. Montag! Zurück in den Stollen! Mit einer Schaufel über der Schulter und gerusstem und grimmigem Gesicht, ja, genauso fühle ich mich. Gerne hätte ich das sich ausfransende Wochenende noch ein bisschen längergezogen, aber schon schwirren Begriffe wie «Rechnungen bezahlen» und «Steuererklärung ausfüllen» durch die Luft und der Alltag schnauft mich mit müffeligen Montagmorgenatem an.

Das Wochenende war so freundlich. Ich habe City Bakes geschaut (und wollte am liebsten gleich nach Jerusalem fahren), Johnny Cash gehört (American V: A Hundred Highways, und über meinem Highway weitete sich plötzlich ein endloser amerikanischer Himmel), haben in den Sonntag hineingedöst, mit den Australiern und den Lausannern geskypt und uns trotz Dauerregen nach draussen gewagt. 

Dort habe ich zum neuntausendfünfhundertundzweiundachzigstenmal Rääääägä, Rääääägä tröpfli, äs rägnet uf mis Chöpfli gesungen, während Lily zum fünfunddreissigsten Mal durch die gleiche Pfütze hüpfte. Ich fühlte mich wie dieser Hund in diesem You Tube Video, das vor Jahren mal kursierte, ja, genau so grauschnäuzig und geduldig fühlte ich mich.

https://youtu.be/PN-MjUC4f9k

Wir waren allein auf weitem Feld, ausser mir zeigte sich kein Hund bei diesem Hundewetter, die Wolken hingen schwer und tief, der Wind blies uns kühl und frisch um die Ohren und ich fand die Welt, grad so, kühl und etwas düster, einfach schön.

Obschon, so ganz bereit, den Sommer ziehen zu lassen, bin ich noch nicht. Zu schön sind sie, die langen Tag, die Helligkeit, das Draussensein, das Rauschen der Bäume und das Strahlen der Sonne. Ausserdem hat Lilys ein neues Lieblingswort: Mejä. Passt das nicht gut in helle Spätsommertage? Ich bin spätsommerverliebt, da ändert auch nichts dran, dass das Knattern und Brummen der Mähmaschine mich einmal gruselig träumen liess, jemand stehe mit einer elektrischen Zahnbürste direkt über mir.

Gekocht haben wir regenwetterkonform, ich Karamellkartoffeln und grüne Bohnen und Himself einen Hackbraten und trotz meiner Spätsommerliebe freute ich mich ab der Herbststimmung auf dem Teller. 

Karamellkartoffeln

Ich brauche:

  • 1 kg kleine Kartoffeln 
  • 4 EL Rohzucker
  • 15g Butter
  • Zweige von ca. 4 Stielen Rosmarin 
  • Etwas Meersalz

Kartoffeln kochen oder dämpfen (ich koche sie immer in der Schale und schaue, dass ich Biokartoffeln kaufe).

Die gekochten Kartoffeln mit einer Gabel leicht eindrücken, so dass die Oberflächenstruktur etwas aufbricht. In einer Bratpfanne den Zucker zusammen mit der Butter zusammen bei mittlerer Hitze zu einem kastanienbraunen Karamell schmelzen lassen, die Hitze reduzieren, die Kartoffeln beigeben, hin und herwenden, damit sie sich schön mit Karamell überziehen, den Rosmarin dazugeben und alles kurz anbraten, 2 – 3 Minuten.

Anschliessend mit etwas Meersalz bestreuen.

Die Idee dafür habe ich von meiner Freundin, deren Familie aus Norddeutschland kommt und mit der ich schon viel zu lange nicht mehr gesprochen habe. In einer irischen Küche kochte sie mir einmal diese deutschen karamelligen Kartoffeln.

Ich weiss nicht mehr genau, wie sie sie zubereitete, irgendwie anders glaube ich, aber sie schmeckten jedenfalls lecker.

2 Gedanken zu “Karamellkartoffeln

  1. wortsalat sagt:

    Du hast Recht, dieses Wochenende war Karamellkartoffel-Wetter. Irgendwas Süsses brauchte man, um das viele Nass, das vom Himmel fiel, zu verkraften. Die Caramel-Härdöpfel sehn übrigens sauguet us – mmmh. Muss ich ausprobieren.
    Ich bin auch noch nicht soweit, dem Sommer Adieu zu sagen. Ich hoffe auf einen schönen Altweibersommer.
    Sonnige Grüsse – Emma

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    1. Ja, gell das war Caramelkartoffelwetter! Hoffe auch auf einen schön langen Altweibersommer.

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