Ein Jahr… und ein grosses Hiphiphurra

Ein Jahr schon, seid das kleine Sturmmädchen geboren wurde und unser Leben wundersam durcheinander wirbelte, ein Jahr, seid sie ihren  Zauber in diese Welt brachte, und dies immer noch tut, jeden Tag: Zauber und Wirbel, Staubwolken, Maispopsreste – überall- Neues und Buntes, Anstrengendes und Wunderbares. 

Sie lernt so viel, wickelt neue Facetten auf und uns dabei um den Finger; wie aus buntem, knisterndem Geschenkpapier kommt immer wieder eine neue, noch unbekannte Schicht zum Vorschein. Ein Jahr stillen, ein Jahr kuscheln, ein Jahr wickeln, ein Jahr lang sich immer besser kennenlernen; sie kennenlernen: die kleine Zahnlücke zwischen den vorderen Schaufeln. Die beiden tiefen Grübchen. Ihre Vorliebe für Musik, Klettern und Essen, aber bitte bloss keinen Käse! Ihr leichter Schlaf, den eine vorbei ziehende Libelle stören könnte. Ihr Atmen. Die Art, wie sie sich kurz ankuschelt, um dann gleich darauf weiter zu krabbeln, bereit für ein neues Abenteuer. Ihre Geschäftigkeit, die ihr bereits den Namen Ebee einbrachte und auf den sie manchmal besser hört als auf ihren echten Namen.

Ein Jahr sind wir nun schon zu viert. Die Umstellung fiel uns allen nicht immer leicht, auch Lily nicht, die doch so gerne gemeinsame Zeit verbringt, sich so gut vertiefen, stundenlang auf dem Sofa kuscheln, Geschichten hören und sich ganze Welten aufbauen kann – in die die kleine Biene nun fliegt, schnell und summend, die Patschhändchen ausgestreckt und schon ist was gepackt, zerrupft oder verzogen und die Wut gross, laut und rauchend. Ich versteh sie ja. Du darfst wütend sein, sage ich, während ich die Biene in Sicherheit bringe, aber nicht so. Hau lieber auf das Kissen da. Naja, klappt mal besser, mal weniger. Die Biene haut und klemmt bereits zurück, mit entschlossenem Blick und zielsicher und ich wie ein Boxmeister zwischendrin, was ist erlaubt, was nicht, nicht auf die Augen, rufe ich etwa oder stopp, das ist viel zu grob, und manchmal habe ich keine Ahnung was ich da tue oder tun soll, aber wir alle lernen ständig was dazu. Und sei’s auch nur, besser auf das eigene Bauchgefühl zu hören. 

Auch für mich war die Umstellung gross, und bevor die Fee geboren wurde, bereits gross befürchtet. Eines ist keines, meinten so manche und ich dachte was?? wie?? Eines füllt mich und den Tag schon ganz schön aus. Wie wird es dann mit zweien??? Eines ist keines ist völliger Quatsch. Eines ist eines. Aber wenn das Kleine schläft oder im Buggy spazierengefahren wird, oder mal mit Sonstwem unterwegs ist, gehört die Zeit wieder mir. Gut, ich teile sie zwar mit dem alten Alltagsfritz (damit meine ich übrigens nicht Himself, haha) und einigen to – dos, aber dennoch. Zwei Kinder hingegen sind nicht nur zwei… zwei Kinder sind ein ganzer Kindergarten! Ein Zugabteil voller Pfadiwölfli. Eine lauthalse Rasselbande, in der nie alle gleichzeitig hungrig sind oder schlafen wollen: wohl aber alle gleichzeitig auf den Schoss. Gerade zu Beginn, als die Fee noch richtig klein war, war meine Zeit praktisch inexistent. Jetzt, nach einem Jahr, wird es besser. Ich nehme sie dankbar und halte sie mit beiden Händen fest und behandle sie äusserst sorgsam, wie eine kostbare Fee oder eine wilde Biene, wie ein Schatz, auf den man gut aufpassen muss.

Doch jetzt wird erstmal gefeiert. Hiphiphurra! Danke, kleine Fee, dass du unser Leben so viel voller und schöner machst! 

Zum Geburtstag schrieb und malte ich ihre diese Geschichte von der kleinen Biene Ebee Magdalena (ihrem effektiven Zweitnamen;), die allerlei Geräusche sammelt.


6 Antworten zu “Ein Jahr… und ein grosses Hiphiphurra”

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