diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Im Elefantenmachen bin ich gut, ja, die Kunst beherrsche ich. Ich kann kleine Dinge aufbauschen und aufblasen, bis sie gross und ungetüm sind und alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, wie diese flatternden Plastikmänner, die ungelenk im Wind schaukeln, einknicken und wieder aufstehen, die Autogaragenmänner.

Wisst ihr welche ich meine?

Eine Mücke als Mücke zu sehen fällt mir oft schwer, lieber forme ich einen Elefanten draus, einer der trampelt und tutet und mit dem Rüssel das Porzellan runterfegt.

Und irgendwie ist es soviel einfacher, die Dinge gross werden zu lassen, als sie wieder einzuschrumpfen. Das ist wie Zunehmen, VIEL einfacher!

Wenn ich jedoch sehe wieviel leichter Himselfs Alltag ist (er, der eine Mücke als Mücke sieht und sich weigert zu früh schwarz zu malen), so komme ich ins grübeln.

Wäre es nicht an der Zeit zu lernen, den Dingen die Proportion zu geben, die ihnen zusteht? Von Anfang an?

Gäbe es in meinem Alltag mehr Ruhe? Mehr Zufriedenheit? Mehr Raum?

Bestimmt!

Die ultimative Kunst ist wohl, die Räder in meinem Kopf zum Stehen zu bringen. Wie genau ich dies anstellen will, ist mir nicht klar. Vielleicht, in dem ich meinen Raum von Anfang an an Dinge vermiete, die mir gut tun. An Sport und gute Bücher an Freundschaften und Dinnerdates mit Himself und dann und wann an ein Schaumbad etwa?

Vielleicht!

Vielleicht könnten sie dann nicht so laut flattern, die Autogaragenmänner und nicht so ungeschickt trampeln, die Porzellanelefanten.

Apropos Mücken: es ist ja grad Saison. Ich dachte immer, dass es an uns liegt, wie oft wir gestochen werden, daran, wie gut wir riechen und ihr schmecken, der Mücke. Heute glaube ich, es liegt an ihr. Sie sticht einfach wieder da zu, wo`s schonmal geklappt hat. Sie geht auf Nummer Sicher. Sie ist der Drogendealer der Insektenwelt: ihr Job ist gefährlich und geschnappt zu werden meist nur eine Frage der Zeit. Natürlich muss sie Vorsichtsmassnahmen treffen! Während ich Essigsauretonerde auf meinen kleinen Finger schmiere (warum immer in die Finger, Mücke? Warum??) habe ich fast ein wenig Mitleid mit ihr.

Denn wünschen wir uns das nicht alle? Sicherheit und Frieden und ein langes Leben?

2 Gedanken zu “Wie ich aus einer Mücke einen Elefanten mache (und was ich dagegen tun kann)

  1. wortsalatweb sagt:

    Ich mag Elefanten. Lieber als Mücken. Und manchmal tut Theater und Grandezza ganz gut. Da kann ich mich aufregen, entrüsten, mich spüren. Nur – allzu ernst, nehme ich mich nicht (mehr) bei diesen Gelegenheiten.
    Einen Schritt zurücktreten, Distanz gewinnen, die Perspektiv wechseln, rückt die Mücke zurück ins richtige Licht ☺️
    Ich wünsche dir einen schönen Sommer – Emma

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  2. Das gefällt mir! Manchmal rückt so ein Blick von aussen die Mücke auch ins richtige Licht😊 Ich wünsche dir auch einen schönen Sommer🏖🍦☀️

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