diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Wenn ich schreibe, zünde ich mir eine Duftkerze an. Vanille. Himself hasst das ganze Duftkerzenbusiness. Mir hilft es. Denn sie duftet nicht nur vanillig, nein, sie spricht auch zu mir. Komm schon, meint sie, du hast mich angemacht. Du weißt, was das bedeutet. Ich brenne nicht dafür, dass du am iPhone rumdrückst. Ich brenne nicht dafür, dass du Instagram checkst. Ich brenne, dass du schreibst. 

Ich mag sie, meine kleinen Rituale. Sie machen mein Leben leichter und schöner und geben meinem Alltag Struktur. So höre ich zum Spülmaschine ausräumen und Wäsche wegräumen gerne Podcasts oder irgendwas über Youtube. Buchrezensionen zum Beispiel, oder der Geier was, selten auch True Crime, aber das ist immer so traurig. 

Ich mag meine Tasse Kaffee, die mir meist Himself braut (danke dafür, bester Himself der Welt!) und die ich trinke bevor ich auch nur einen Finger krümme oder auch nur eine Windel wechsle. Ich versuche, bevor Lily aufwacht mein Yoga -Pilates – Fusion – Workout zu machen, aktuell vor allem drei Trainingseinheiten. Sie sind kurz aber HART, und sie heissen Armilicous, Bodacious Bootie und Core Fantastic. Ich weiss gar nicht, was mir besser gefällt. Ihre Namen, oder wie ich mich danach fühle. Auch wenn ich meist auf meiner Yogamatte kollabiert und sternförmig angeordnet liegenbleibe.

Früher bin ich nach dem Frühstück immer gleich raus mit Lily, spazieren. Da sie mittlerweile eine Wägeliverweigererin ist und ich mich in ihrem Tempo etwa so dynamisch wie ein eben erst erwachtes Faultier fühle, brauchte ich dringend eine neue Bewegungsquelle. Drum fahren wir mittlerweile mit dem Velo aus, denn sie hat jetzt ihren eigenen Sitz auf dem Gepäckträger, wir zweierlen sozusagen ganz legal. Wenn es rumpelt ruft sie laut und fröhlich Oppla! und wenn ich bergaufwärts fahren muss und dies ihrer Meinung nach zu langsam, stösst sie mit ihren kleinen Händen in meinen Rücken. Manchmal zieht sie auch mit der einen Hand mein T -shirt hoch und mit der anderen die Hose runter. Das ist schön erfrischend, aber auch ganz schön peinlich. Wir fahren unter dem weiten hellen Sommerhimmel, unter weissen, sich auftürmenden Wolken, über Holperstrassen und Feldwege und durch den kühlen, stillen Wald.

Jeden Mittag lege ich mich kurz mit Lily hin.

Während sie schläft, gehe ich dann auf Patrouille und bringe Lilys Tiere und Puppen und Legos und Bücher und was sie auch immer am Boden verteilt hat, an ihren Platz zurück, sauge kurz durch. Dann versuche ich ein bisschen Me – Time zu kriegen, bevor wir hinaus gehen und was unternehmen. 

Zum Kochen höre ich gerne Musik. 

Jeden 1. Sonntag im Monat sagen Himself und ich uns, warum wir einander liebhaben. Na ja, jedenfalls, wenn wir es nicht vergessen (was in letzter Zeit ehrlicherweise zu oft passiert). 

Wahrscheinlich habe ich noch ganz viele andere Rituale, die mir selbst nicht bewusst sind. Rituale sind wichtig. Denn sie geben Struktur und Orientierung. Gerade, wenn man zu Hause arbeitet (und etwa ähnlich viel Disziplin hat wie ich … äh… wie… wie Lily vor der Schokoladentafel;)

Rituale können aber auch veralten, Geheimratsecken kriegen und vielleicht sogar hindern. Denn bei aller Struktur und Orientierung gibt es doch nichts Schöneres als das Mysteriöse, das Geheimnisvolle, das uns nur dann besuchen kommt, wenn wir es nicht einplanen. 

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