diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Freunde von uns ziehen weg. Nicht nach Zürich oder Luzern, nein, nach Australien. Ans andere Ende der Welt also. Ich freue mich für sie, wirklich, aber sie ziehen ANS ANDERE ENDE DER WELT!

Kommt uns möglichst schnellst besuchen, meinten sie, am besten noch bevor Lily zwei Jahre alt ist, da kann sie noch gratis fliegen. Der reine Gedanke daran, ans andere Ende der Welt zu fliegen ist für mich schon… anstrengend, der Gedanke, dazu ein Kleinkind auf dem Schoss zu haben, einfach nur… ich bin erschöpft! 

Manchmal wünschte ich mir ich wäre abenteuerlustiger, spontaner und nicht im mindesten reisefiebrig. Vor allem aber wünschte ich mir, meine Freunde würden nicht wegziehen. 

Es gibt Orte auf dieser Welt, die mir besonders sind, weil dort Menschen wohnen, die ich gerne habe. Es sind Orte die weit weg sind, zu weit um einfach schnell Hallo zu sagen und einen Kaffee zu trinken. Und auch wenn wir uns schreiben oder dann und wann telefonieren, ist es… einfach nicht das Gleiche.

Es gibt Orte auf dieser Welt, die mir besonders sind. Weil sie mal ein zu Hause waren. Manchmal öffnet ein Lied das grad im Radio gespielt wird oder ein Geruch der zufällig vorbei zieht eine Tür in eine vergangene Zeit und sie ist da, die Erinnerung und ein Stückchen von einem alten Ich. 

Oder wie Cornelia Funke in «Tintenblut» sagt:

«Ist es nicht seltsam, wie viel dicker ein Buch wird, wenn man es mehrmals liest?‘, hatte Mo gefragt, als sie sich an Meggies letztem Geburtstag noch einmal jedes ihrer altvertrauten Bücher angesehen hatten. ‚Als würde jedes Mal etwas zwischen den Seiten kleben bleiben. Gefühle, Gedanken, Geräusche, Gerüche… Und wenn du dann nach vielen Jahren wieder in dem Buch blätterst, entdeckst du dich selbst darin, etwas jünger, etwas anders, als hätte das Buch dich aufbewahrt, wie eine gepresste Blüte, fremd und vertraut zugleich.’… Eine andere Meggie hatte in dem Buch gelesen, so anders… und zwischen seinen Seiten würde sie bleiben, aufbewahrt wie ein Andenken». 

Wir leben, wir werden anders, neu. Und manchmal, manchmal blättern wir in einem alten Buch.

Ich koche. Einen Flammkuchen mit marokkanischem Einschlag. 

Ich bin eine Bäckerinnenseele im Alltagspelz. Sprich; ich liebe es, Brot backen und mit selber gemachten Teigen zu arbeiten, doch manchmal reicht dazu die Zeit oder die Energie schlichtweg nicht. Deshalb gebe ich hier sowohl den Massstab für den fertig gekauften Flammkuchenteig, zusätzlich dazu ein Teigrezept. 

Ich brauche

Für den Teig

  • 15g frische Hefe
  • 2,5 dl Wasser
  • 250g Weissmehl
  • 150g Vollkornmehl
  • 1 knapper TL Salz
  • Prise Zucker
  • 1 EL Olivenöl
  • ODER 2 gekaufte Flammkuchenteige à 290g

Für den Belag

  • 400g Cherry – oder Datteltomätchen
  • 2 ganze, geschälte Knoblauchzehen
  • 1 EL Olivenöl
  • ½  TL Ras el Hanout (marokkanische Gewürzmischung)
  • 2 EL flüssiger Honig
  • Salz, Pfeffer
  • Crème fraîche (ungefähre 200g)

Und zum Schluss

  • Grobkörniges Salz (z.B. fleur de sel)
  • wenig schwarzen Pfeffer
  • wenig gehackte flache Petersile 
  • Einige Tropfen Zitronensaft 

Die Hefe in 2,5 dl lauwarmes Wasser krümeln, ca. Minuten stehen lassen und sie ihr Ding machen lassen.

In der Zwischenzeit das Weissmehl und Vollkornmehl in eine Schüssel sieben, das Salz und den Zucker beigeben, kurz verrühren, dann das Olivenöl dazugeben und mit den Händen wenig einarbeiten, eine kleine Einbuchtung in die Mehlmischung drücken und die Hefemischung dazu geben. Mit den Händen gut verrühren (wenn der Teig zu feucht sein sollte, noch etwas Weissmehl darüber streuen) und dann zu einem geschmeidigen Teig kneten (weil auch Vollkornmehl drin sind wird er halt nicht ganz so geschmeidig und «dehnbar» wie ein «reiner» Weissmehlteig).  

Die Schüssel mit einem Tuch bedecken und den Teig ca. 1 Stunde aufs Doppelte aufgehen lassen. (Alternativ können 2 gekaufte Flammkuchenteige à 290g verwendet werden). 

Den Ofen auf 100° Umluft einstellen. 

Cherry- oder Datteltomaten waschen, halbieren, Salz, Pfeffer, Ras el Hanout, die geschälten aber ganzen Knoblauchzehen, der Honig und das Olivenöl in eine Schüssel geben, mit den Händen kurz verrühren und im auf Umluft eingestellten Ofen ca. 20 Minuten backen. 

Knoblauchzehen in dünne Streifen schneiden. 

Wenn beide Flammkuchen auf einmal gebacken werden sollen: den Ofen auf Umluft 200°, falls sie einzeln gebacken werden, Ofen auf 220° Ober – Unterhitze vorheizen (bei Ober – Unterhitze wird der Boden knuspriger).

Den Teig in zwei gleich grosse Teile halbieren. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche die erste Hälfte in ein dünnes (1- 2 Millimeter dünn) Rechteck ausrollen. 

Ein Backpapier auf ein Backblech legen, mit Hartweizengriess bestreuen (so wird der Teig extra knusprig) und den Teig drauflegen. Mit einem Löffel Créme fraîche dünn auf dem Teig verteilen (es braucht wirklich nur eine dünne Schicht, ich habe für beide Flammkuchen etwas weniger als einen Becher (à 200g) gebraucht. 

Die Tomaten und den Knoblauch darauf verteilen. Das ganze Prozedere mit der zweiten Teighälfte wiederholen. 

Die Flammkuchen für 15 Minuten backen (die gekauften Flammkuchen nach Bedienungsanleitung auf der Packung backen).

In der Zwischenzeit die Petersilie waschen, trocken tupfen, klein schneiden und auf dem fertig gebackenen Flammkuchen verteilen (alternativ kann auch Minze verwendet werden).

Den frisch gebackenen Flammkuchen, mit grobkörnigem Salz (z.B. fleur de sel) und schwarzem Pfeffer würzen und das Ganze mit wenig! Zitronensaft beträufeln. 

Als Aperogebäck oder zu einem Salat servieren.

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