diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Himself und ich sind jetzt Gärtner. Wir haben ein kleines Stück «Wildnis» kultiviert und heute Zuckermais, Kürbis, Tomaten, Paprika und Blumen angepflanzt. Ein Stückchen Amerika sozusagen. Himself ist besorgt, dass die Schnecken sich vor uns was gönnen werden und hat beschlossen, bei Dämmerung in unseren Garten zu schleichen, um nachzuschauen, ob sich schon welche eingeschlichen haben. Auch unser Balkon ist jetzt bekräutert, mit Petersilie, Schnittlauch, Minze und Salbei. Gerne hätte ich noch Lavendel eingetopft, um damit im Sommer Lavendelglace zu machen. Ausserdem ist er ein schöner Farbtupfer, ein Blumentopf voll Provence, sozusagen.

Ich freue mich schon auf unsere erste Gemüseernte! Trotz guter Vorsätze verpasse ich den Marktmorgen wieder und wieder und kaufe mein Gemüse im Supermarkt und nerve mich dann, dass das (Bio) Gemüse in Plastik verpackt ist (mir schon klar, damit man es klar vom Konventionellen abgrenzen kann, aber trotzdem…). Ich und meine neue Gärtnerinnenseele beschliessen deshalb einstimmig, in Zukunft auf den Markt zu gehen. Punkt.

Und bis zum nächsten Marktmorgen geniessen ich und meine Gärtnerinnenseele erstmal den Frühling, diese freundliche Zeit der jungen Lämmchen, der grünen Blätter, der grossen Müdigkeit und der neuen Ideen.Die Zeit, in der man kaum fünf Meter gehen kann, ohne über eine Spargel zu stolpern, oder sich den Kopf an einem Restaurantschild anzustossen. Darauf angepriesen: irgendein (teilweise wild kombiniertes) Spargelgericht. Dabei machen alle mit, auch die die sich sonst nicht gross um Saisonalität zu kümmern scheinen.  Chchch, grinsen sie mir bösartig hinterher, schau dir die Frau an, die da humpelt und sich den Kopf reibt? Die ist da gleich über diese grosse weisse Spargel gestolpert, nein, nicht die, ja, ja, die Grösste da und hat sich dabei an diesem „Spargeltartar“ Schild den Kopf angeknallt. Chchch, chchchch….

Ich bin ein Schaf. Und mache mit beim grossen Spargelkochen.

Hier kommt meine Version des Frühlingklassikers (inspiriert von Samin Nosrats Kombination von Spargel, Ricotta und Minze).

Ich brauche:

  • 250g Ricotta
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ Bund Minze (10g)
  • 20 grüne Spargeln (oder ca. 700g „Kaufgewicht“)
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Pack Strudelteig (à je 120g)
  • Olivenöl

Den Ricotta in eine Schüssel geben, eine Knoblauchzehe dazu pressen, einen halben Bund Minze waschen, trockentupfen, beigeben, alles mit dem Pürierstab pürieren. Die Spargeln putzen, den harten Teil entfernen (die Grenze von hartem und nicht hartem Teil findet sich von ganz allein: wenn man die Spargel biegt, knickt sie automatisch an der richtigen Stelle ein). Den Spargel in ca. 1 cm grosse Stücke schneiden und zum Ricotta geben, alles gut rühren, salzen und pfeffern.

Jetzt geht’s ans Börek zubereiten.

Den Ofen auf 200° Ober – Unterhitze vorheizen.

Ich backe hier mit Strudel- und nicht mit Filoteig, da Filoteig in hiesigen Graden eine  seltene Kreatur ist… Sichtungen sind äusserst rar (ausser tiefgefroren im Loeb Lebensmittel).

Pro Börekschnecke werden 2 Strudelteigblätter verwendet. Ein Blatt wird auf eine Arbeitsfläche gelegt und grosszügig mit Olivenöl bepinselt. Dann wird das zweite Strudelteigblatt darübergelegt.

Ich nehme einen Viertel der Füllung und lege diese der Länge nach und mit etwa 4 cm Abstand zum unteren Rand von links nach rechts in einem (nicht allzu dicken) Streifen darauf. 

Den unteren Teil über die Füllung schlagen, aufrollen und dann vorsichtig zu einer Schnecke formen. Diese auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit Olivenöl bepinseln. Das Ganze weitere drei Mal wiederholen, vier Schnecken sind das Ziel.

Diese nun 30 Minuten backen und mit Salat servieren.

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