diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Gerade in der letzten Woche hat sich Lily stark verändert. Sie sitzt im Kleinkindersitz am Tisch und isst Rüeblibrei, orange von den Socken bis zum Haaransatz und einem Strahlen über das ganze Gesicht. Frühmorgens weckt sie uns auf, in dem sie uns ihre Händchen ins Gesicht patscht. Sie versucht mit aller Kraft zu krabbeln und güsset laut, wenn ihr dies nicht gelingen will. Sie unterscheidet zwischen bekannten und unbekannten Menschen, «plöiderlet» viel und wenn sie Aufmerksamkeit will, mimt sie als hätte sie sich soeben verschluckt.

Wenn wir spazierenfahren sitzt sie jetzt stolz im Buggy. Die Schale ist sowas von für kleine Babies! Sie schaut sich die Pferde und Autos an und dann und wann juchzt sie vor Freude in die Welt hinaus.

Heute ist sie ein halbes Jahr alt. Uns ist nach Kuchen. Also hat Himself ein fröhlichbunt gesprenkeltes Biscuit gebacken und mit pinker Buttercreme dekoriert. Wir schauen uns an, leicht überzuckert und bauchmerzig, aber glücklich. Happy ½ – Birthday, kleines Wunder. Danke, dass du da bist uns unser Leben soviel farbiger und kuschliger machst.

Abends schauen Himself und ich uns das grosse Promibacken an. Ich liebe das! Wir sitzen nebeneinander auf dem Sofa, vor uns steht eine Schale mit Oreos, eine Tasse Milchtee und ein Glas Wein. Ich bewundere die Torten, lache laut bei Missgeschicken in der technischen Prüfung, schwitze aber sonst ganz kollegial mit den Kandidaten mit!  Ganz ungeniert lasse ich mir eine zweite Tasse Tee servieren und lege dann meine Beine auf seinem Schoss. Ab und zu muss ein weiteres Oreo dran glauben. Ach ist mein Leben schön, hier in diesen ruhigen Stunden auf meinem meerblauen Sofa, mit meinem besten Freund.

Über Kuchen zu schreiben macht mich hungrig – auf Kuchen! Deshalb backe ich. Einen Victoriasponge – aber anstelle der Sahne und der Marmelade verwende ich geschlagene Kokosmilchsahne und Limettencurd.

In Irland habe ich Victoriasponge backen gelernt – und das Resultat kommt immer perfekt. Deshalb entlehne ich hier das Rezept «Great Grandmother`s Buttersponge» von Darina Allen aus dem Forgotten Skills Cookbook. All credits to her. (Aber warum ändern, was gut ist).

Kleine Anmerkung zum Mehl: für Kuchen und Gebäck verwende ich immer Mehl mit niedrigerem Mineralstoffgehalt und feinerer Konsistenz (also Typ 405) und nicht das «klassische», »gröbere» Mehl, welches ich fürs Brot backen benutze. Im Coop kann man bei den Backwaren direkt das «Backmehl» kaufen, die feine Konsistenz eignet sich gut für Kuchen.Und wenn ich jeweils schon vor dem Gestell stehe packe ich den extrafeinen Zucker «von nebenan» meist gleich auch mit ein.

Und noch ein paar kleine Anmerkungen zum Kuchenbacken, so im Allgemeinen.

  • Eier und Butter sollten Raumtemperatur erreichen, bevor sie verarbeitet werden.
  • Die Rezepte sind genau einzuhalten (inklusive der Grösse der Backform)
  • Während des Backens die Ofentür nicht öffnen (ausser man mag zusammengefallene Kuchen…)
  • Erst aus der Form nehmen, wenn der Kuchen abkühlen konnte (ausser man mag aus der Form geratene Kuchen)
  • Den Kuchen ganz auskühlen lassen, bevor mit Füllen / Dekorieren begonnen wird.

So und jetzt beginnen wir!

Ich brauche:

Sponge

  • 125g Butter
  • 175g Zucker
  • 3 Eier
  • 175g Mehl (z.B. Backmehl aus Coop)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 EL Milch

Limettencurd

  • 25g Butter
  • 50g Zucker
  • 2 Limetten (Saft & Schale)
  • 1 Ei, 1 Eigelb

Kokosrahm

  • 3 EL Rahm
  • Fester Teil aus einer Büchse Kokosmilch (in Büchsen, vor allem bei qualitativ hoch stehendem Kokosmilch trennt sich der «feste» vom «flüssigen» Teil).
  • 1 EL feiner Zucker

Den Ofen auf 190° vorheizen.

Verwendet werden zwei 18cm Springformen (da ich nur eine besitze, backe ich das Ganze etwas länger und schneide anschliessend in der Mitte durch). Wird nicht ganz so perfekt, klappt aber auch.

Wichtig ist einfach, dass eine 18cm Form verwendet wird.

Die Formen mit Butter einfetten, mit Mehl bestreuen und den Boden mit Backpapier auskleiden. Die Butter cremig schlagen, den Zucker langsam beigeben und das Ganze mixen, bis die Mischung leicht und hell wirkt. Die Eier eins nach dem Anderen beigeben, zwischendurch immer gut mixen, so dass die Mischung nach Möglichkeit nicht anfängt zu bruseln. Das Mehl und das Backpulver dazu sieben und einrühren (jetzt nicht mehr mixen, nur noch sanft unterrühren), anschliessend noch 1 EL Milch dazugeben.

Jetzt je nach Anzahl Springform die Mischung gleichmässig verteilen (oder halt alles in eine Form schütten).

Wenn zwei Formen verwendet werden 20 – 25 Minuten backen, wenn nur eine Form verwendet werden 35 – 40 Minuten backen. Wenn sich der Rand und die Mitte des Kuchens gleich anfühlen und die Nadel sauber wieder aus dem Kuchen (Mitte) kommt, ist er fertig gebacken.

Auf einem Gitterblech abkühlen lassen.

Limettencurd

25g Butter bei kleiner Hitze zergehen lassen

50g Zucker, Schale und Saft von 2 Limetten in die Butter geben, auflösen lassen, 1 Ei, 1 Eigelb verquirlen, dazugeben, mit einer Holzkelle ständig auf kleiner Hitze rühren bis es eindickt. Achtung, wenn die Hitze zu stark ist, kann es sein, dass die Eier stocken. Es sollte etwa soviel Hitze sein, dass man die Hand problemlos an den Topfrand halten kann. Das Limettencurd bekommt eine festere Konsistenz. Es ist fertig, wenn am Holzlöffel wie eine Schicht kleben bleibt.

Kokosrahm

3 EL Rahm schlagen, so dass der Rahm nicht mehr flüssig, aber noch nicht allzu steif ist. Den festen Teil der Kokosmilch und etwa 1 EL Zucker dazugeben, mit einer Holzkelle kurz aufschlagen und gut vermischen.

Den Kuchen vorsichtig in der Mitte halbieren (oder die beiden eigenständig gebackenen Kuchen nehmen) und mit dem Kokosrahm und dem Limettencurd zusammen sandwichen. P.S: Ich habe nicht den ganzen Limettencurd und die ganze Kokossahne benutzt (je so ca. 2 EL blieben übrig), das Limettencurd ist lecker auf Toast oder im Joghurt und im Kühlschrank etwa noch 2 Tage haltbar.

Mit Puderzucker (Puderzucker unbedingt sieben) oder sehr feinem Zucker bestreuen

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