diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Ich möchte gerne Hühner halten. Einfach so, damit ich weiss, dass meine Eier von glücklichen Hühnern kommen, denn wenn wir ehrlich sind, ist die konventionelle Eier / Poulet Produktion himmeltraurig…

Also möchte ich meine eigenen, glücklichen Exemplare. Da gibt es nur ein kleines Problem. Ich mag Vögel nicht (ausser kleine Singvögelchen), denn ich finde diese haben einen grusligen Blick, so dass ich davon gleich Hühnerhaut (haha!) kriege. Ich kann mich richtig in den armen kleinen Wurm hineinversetzen, der niemanden stören, sich nur schnell vorwärtskringeln will, um mit seiner Nachbarin ein paar Worte zu wechseln… oder noch schlimmer: in die Perspektive einer kleinen Maus, die gerade mal eben nur kurz Luft schnuppern wollte.

Und dann erst die Hackordnung! Die ist ja schlimmer als bei uns Menschen. 

Apropos, ich habe das lustigste Wort für Zickenkrieg geträumt. Und zwar: „Hännipingg“. Mir gefällt das Wort. Ich glaube, ich nehme es in meinen aktiven Wortschatz auf. Zum Beispiel könnte ich sagen: «Ach, Sandra und Melanie haben sich heute schon wieder gestritten. Die zwei, wirklich, immer dieser Hännipingg!» Oder: «Lotta war immer zuunterst in der Hackordnung. Es wurde immer schlimmer, dieser Hännipingg. Heute musste ich dem ein Ende setzen. Zum Znacht gibt’s Hühnchen mit Salat».

Ich werde also mit grösster Wahrscheinlichkeit niemals Hühner halten. Obschon ich die Idee richtig, richtig gut finde!

Und trotzdem versuchen, meine Eier von möglichst glücklichen und möglichst freien Hühnern zu besorgen.

Ich koche. Nach diesem Hühnermonolog gibt’s eine gefüllte französische Omelette.

Klassisch, schnell, aber hohe Kochkunst! 

Ich brauche

pro Omelette

  • zwei Eier
  • einen grosszügigen Schluck Milch
  • etwas Salz und Pfeffer
  • Butter (zum Anbraten)

Für die Füllung ( 4 Omeletten)

  • 60g Frischkäse
  • 100g halbierte Cherry – oder Datteltomätchen
  • 1 Bund feingeschnittener Schnittlauch
  • Salz und Pfeffer

Weiter

  • Sauerrahm
  • Einige Minzblättchen
  • optional: Tabasco

Die Eier und Milch (es kann auch Wasser verwendet werden) mit einer Gabel verquirlen und mit wenig Salz und Pfeffer würzen. Den Frischkäse mit den halbierten Cherrytomaten und feingeschnittenem Schnittlauch vermischen, ebenfalls mitSalz und Pfeffer würzen.

Die Bratpfanne wird bei hoher Hitze schon mal angewärmt und ich lege Teller bereit, auf die ich die Omelette dann «stürzen» kann.

Jetzt ist es wichtig, flink und unerschrocken zu sein, denn es geht ans Französischomelettenbrutzeln. Dabei ist entscheidend, dass die Pfanne richtig heiss ist, bevor wenig Butter dazugegeben wird. Jetzt warte ich ab, bis sie nicht mehr zischt, dann füge ich die Eimischung dazu. Sobald das Ei in der Pfanne ist, ziehe ich mit einem Holzlöffel das Ei jeweils in Richtung Pfannenmitte und wende die Pfanne anschliessend so hin- und her, dass die Eimischung in die entstandene Lücke fliesst, mache dies in allen «vier Himmelsrichtungen» der Pfanne. Dabei arbeite ich relativ schnell, damit das Ei nicht bereits feststockt. Ich lege nun 1 gut gefüllten EL der Füllung in die Mitte, falte die Omelette einmal drüber, hebe die Pfanne an, drehe die Omelette und stupse sie mit der dritten Bewegung auf einen Teller. 

Das Ganze dekoriere ich mit einem Kleks Sauerrahm und einigen Blättchen abgezupfter Minze. Ich mag die Kombi von von Tabasco und Ei, reiche deshalb auf jeden Fall noch Tabasco dazu.

PS: kennt ihr noch die Poesiealben die in den Neunzigerjahren im Umlauf waren? Die in die man was zeichnen konnte und dann schrieb: lebe glücklich lebe froh wie die Maus im Haferstroh…. oder Mexiko! Oder so! Oder: das Lächeln das du aussendest, kehrt zu dir zurück…. Meine Schwester fand vor kurzem ihres in einer Schublade und darin mein kritzliger Eintrag:

„D Franzose mit dä rote Hose; mit dä gäle Epolette, ässe gärn ä OMELETTE!“

Politisch äusserst korrekte und auch tiefsinnige Poesie. Aber hey, immerhin reimt es sich…

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