diese wundersame Welt

Dies & Das, Geschichten aus dem Mamaalltag, Träumereien und Rezepte

Vom Zeitaufbewahren und Orangenkuchen

12. Dezember 2019

Meine Schwester meinte sie gehe nur morgens joggen, bevor ihr innerer Schweinehund erwache. Hahaha!

Meiner ist auch ein Langschläfer, definitiv. Ich liebe die Morgenstunden und meist nütze ich sie, um mit Lily nach draussen zu gehen. Dort müssen natürlich alle altbekannten Freunde begrüsst und bestaunt werden. Guten Morgen Luna, liebe scheue Nachbarskatze. Guten Morgen, Ziegen! Guten Morgen, Pferde, Kühe und Autos, Bäume, Blätter und Blumen! Guten Morgen, Nachbarin! Guten Morgen, ihr Hund! 

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Da ist sie, ganz plötzlich und grinst mich an, nicht sonderlich nett, um ehrlich zu sein.

Guten Morgen, Schreibblockade. So sitzen wir vier jetzt also: sie, ich, mein leerer Bildschirm und der mittlerweile kalte Kaffee.

Hier oben könnte was Schlaues stehen. Aber na ja, Schreibblockade, eben. Sie hat übrigens beschlossen, heute noch ein bisschen zu bleiben. Koche uns halt einen frischen heissen Kaffee, stelle die guten Güezi auf, höre dem Regen zu und erzähle euch stattdessen, was ich gelesen habe.

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Diese wundersame Welt, la vie est belle und heisse Schokolade

21. November 2019

Ich habe es, das einfachste, beste und schnellste Rezept für schlechte Laune! Und es braucht nur eine Zutat: Erwartungen…

Am schlimmsten sind die Erwartungen an mich selber. Ich habe dieses Bild in mir, von mir. Ich bin stark und mutig und mein Haar seidig, mit Stirnfransen die nie aus der Form geraten. Ich sage was ich will und tue was mir gefällt, bin dazu gleichzeitig charmant und mysteriös. Dem entspreche ich gelegentlich sogar (na ja, jedenfalls der Teil wo ich sage was ich will und tue was mir gefällt). Und dann sind da die anderen Male. Etwa wenn ich schon wieder die Salt – Mahnung bekomme oder am Ende des Tages an dem ich mal Ordnung schaffen wollte die Wohnung chaotischer ist als zuvor (und meine Haare ebenso). Die Tage an denen ich schüchtern bin und unsicher und mit niemandem reden will. 

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Der Vollmond war ein richtiger Zünti. Er schickte seinen Lichtkegel durchs Dachfenster hinein, als ob er alles ganz genau betrachten möchte. Aha, dachte er sich wohl, das kleine Mädchen da habe ich bereits aufgeweckt. Jetzt geht’s nicht mehr lange und die Eltern wachen auch auf. Hab ich es nicht gesagt! Wie sehen bloss ihre Haare aus? Die stehen ja zu Berge! Und sehe ich das recht, bringt sie ihre Augen kaum auf? Menschen, die grad aus dem Tiefschlaf erwachen sind schon was Lustiges, hahahoho. Was gibt’s sonst noch so zu entdecken? Etwas aufräumen könnten die wohl mal wieder! Ach schau, der Vater ist schon wieder eingeschlummert. Die Mutter schaut mich an. Was denkt sie wohl? Bestimmt, ich sei heut mal wieder ein Zünti! Ich ziehe mal weiter und betrachte, wie ich die Flut beeinflussen kann. 

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Diese wundersame Welt, Wackelschritte und gerösteter Kürbis

7. November 2019

Lily läuft. Wackelig. Vorsichtig. Stolz. Das bin ich auch. So stolz, dass ich es gleich allen erzählen möchte. Schon seltsam, wie oft gerade von anderen, «erfahreneren» Mamas als Reaktion ein „Wartenur“ kommt. Das war schon immer so. Warte nur, bis sie da ist. Warte nur, bis sie robben kann. Warte nur, bis sie die Schublade aufkriegt. Warte nur, jetzt gehts los. Oder, der Klassiker, warte nur, bis du zwei hast.

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Mir lüpfts dr Dechu! denke ich heute öfter als ich Deckel habe. 

Es ist einer dieser Tage, an denen sich der Schlafmangel und die schlechte Laune treffen. Bei mir. Und dann einfach nicht mehr gehen wollen.

Es ist einer dieser Tage, an denen ich soviel möchte und buchstäblich nichts gebacken kriege.Und schon gar nicht zu der Ich – Zeit komme, die ich grad so dringen brauche. Es ist ein Tag, an dem die eigenen Bedürfnisse aber einfach endlich mal wieder gehört werden wollen. Und zwar jetzt! 

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Am Abstimmungssonntag stressten Himself und ich kurz vor Urnenschluss ins Wahllokal. Warum, in aller Welt, schaffen wir es nie gemütlich brieflich abzustimmen? War aber eigentlich ganz gut, denn einmal draussen, beschlossen wir, an diesem grauen Regensonntag, doch noch einen Spaziergang zu machen. Und zwar nahe an unserem früheren Zuhause, dem kleinen Häuschen nahe am Waldrand, welches Lilys erstes Zuhause war, im Winter etwa so kalt wie bei der Eiskönigin zu Hause und mit netten Mausemitbewohnern. Es war wie ein Blick zurück in eine mir schien unendlich lang vergangene Zeit, obschon wir noch nicht einmal seit einem Jahr umgezogen sind.

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Sonntagabend war ich im Theater – seit Jahren wieder einmal. Ich glaube, ich wäre die strengste Theaterkritikerin überhaupt, denn mir gefällt selten etwas. Ich freute mich jedoch darauf, mal wieder auszugehen und zog mit Big T. und Onkele los. Wir sahen uns Bea von Malchus mit Yankee Jodel an (es geht um Mark Twain in den Alpen, der verzweifelt einen Bestseller schreiben muss und jeden Sonnenaufgang verpennt). Ich habe mich prächtig amüsiert, geschmunzelt und einmal sogar laut gelacht, dann, ganz zu Ende war ich auch ein klein wenig traurig. 

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