Der April flog nur so davon – und mir um die Ohren. 

Er begann mit einem Autounfall. Und nein, ich habe nicht zu laut die Kinderlieder mitgejohlt und dabei die Kontrolle verloren – ein Idiot fuhr in uns hinein – zu fröhlich und zu schnell und sein Auto tütschte unsers wie ein Osterei. Zack

Uns gehts gut. Wir hatten einen ziemlichen Schreck, richtig viel Glück und jetzt ein neues Auto.

Das Ganze gab mir jedoch zu knabbern, und auch einiges zu tun, mit Arztbesuchen, Versicherungszeugs, Telefonaten undsoweiterundsofort. 

Mein Zyklus begann wieder und es fühlte sich an, als würden meine Hormone so oft die Silverstar fahren, bis sie mir irgendwann vor die Füsse kotzten. 

Gleichzeitig stille ich noch – vor allem in der Nacht. Stillen sieht so warm aus, gemütlich und kuschelig, und das ist es auch, aber eben auch eine Saubüez und definitiv nicht zu unterschätzen, auch jetzt nicht, wo sich alles so schön eingespielt und eingependelt hat. Nach den nächtlichen Weckrufen besteht die kleine Fee aufs (zu) frühe Aufstehen, das grosse Mädchen hingegen aufs Abendsnichtmüdewerden.

Beziehungsweise nicht schlafen wollen. 

Ostern kam. Wir fuhren nach Deutschland und das war schön – und auch ein wenig anstrengend. 

Unrealistische Erwartungen kamen. An mich und meine silverstarfahrenden Hormone, an das grosse Mädchen, an den Haushalt. Zum Glück hörte ich den Spruch, aufräumen mit kleinen Kindern im Haus sei etwa so, als würde man die Zähne putzen und gleichzeitig Oreos essen. Das gefiel mir. Und half mir dabei, meine innere was ist das denn hier für ein Saustall?- Stimme auf mute zu stellen. Denn die gefiel mir nicht. Sie zwar zu streng. 

…  und dann, ja dann konnte ich sie bei mir beobachten, eine feine Gereiztheit, die sich in den Alltag schlich, eine plötzliche Schärfe in meiner Stimme, die mich selber überraschte, Geschnaube, Gefauche und alte Muster, die an die Oberfläche stiegen und nun wie altes Treibgut auf unruhigem Wasser schaukelten… während sich am Himmel dunkle Gewitterwolken zusammenzubrauen schienen. 

Huch. Zeit für eine Verschnaufpause. Zeit für mich. Zeit für ein neues Wahrnehmen:

Wo sind meine Grenzen? 

Was sind meine Bedürfnisse?

Wie kann ich dafür einstehen, ohne die Schärfe, das Geschnaube, Gefauche und das ganze Treibgut?

Gut, eigentlich ist das Treibgut schon okay. Denn es kommt aus einer Tiefe, die im Alltag ihre Zugänge ganz schön tarnt, es kommt aus einer Tiefe, in die ich auch nicht so gern hineinschaue. 

Ich grusle mich davor.

Und doch, bei dem ganzen losen Treibgut lohnt es sich wohl, in sie hineinzuschauen. 

Die Verantwortung zurückgeben, die nicht zu mir gehört und jene zu übernehmen, die genau dies tut. Verantwortung übernehmen im Handeln, im Jetzt, im Alltag, im Umgang mit den Kleinen, mit Himself, und nicht zuletzt mit mir selbst. 

Im Hineinschauen. 

Und Aushalten. 

PS: Ich habe die Tiefe gemalt. Und auch den Frieden, der ebenfalls darin wohnt. 

4 Gedanken zu “April – und wie er mir um die Ohren flog

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