Von Wies. Und Neuanfängen.

Die Tage flogen dahin, schnell wie ein Schwarm wild aufgescheuchter Vögel und sie schmolzen ineinander über wie silbrig glänzendes Blei in einer weiten Silvesternacht, rochen nach Kerzenwachs, Winterregen und Maispops und sie raschelten wie glitzerndes Geschenkpapier. Sie zeigten sich mal matschgrau, dann wieder sternenklar und schneeweiss funkelnd. Sie waren gesellig, fröhlich, und ab und zu auch leicht gereizt, genau wie wir. Lily lernte skifahren, die kleine Fee sitzen und die Zeit war weit. Und die Zeit war eng und die Tage kurz.

So flogen sie auf und davon, die Ferientage. 

Jetzt ist Alltag. Januar. Kalt. Ein neues Jahr, bereit, gelebt zu werden. Es riecht nach Suppe und Neuanfang und es ruft nach Neuorientierung, doch weiss ich nicht was oder wie und manchmal nicht einmal, weshalb eigentlich. Die Koffer stehen nicht ausgepackt beim Eingang und manchmal stolpere ich drüber. Noch denke ich an die Winterregentage, den Schnee und an die Glocken, die das alte Jahr vertrieben hatten. Ich mochte das alte Jahr, mit seinem hoffnungsvollen Frühling, dem goldenen Herbst und dem Regensommer, der von Geheimnissen und Wunder funkelte. 

Nun laufe ich ihn also ab, den Alltag, Schritt für Schritt, Schritt auf Platz, und immer mehr To – dos gesellen sich zu den vollen Koffern, einen richtigen Auflauf gibt es dort, aber immerhin sind sie geduldig. 

Während draussen die Bise bläst und die hellen Winterwolken vorbeiziehen, versuche ich, nicht bloss drüber nachzudenken, was denn da alles zu tun ist, sondern mehr noch, wie die Dinge denn erledigt werden möchten, wie der Tag  gelebt werden will und wie das innere Wetter eigentlich gerade so aussieht.

Das ist gar nicht so einfach, stelle ich fest, denn die Wies sind irgendwie leise und die innere Wetterstation ein bisschen wackelig, und die Kopfstimme laut und rauschend wie eine schlecht eingestellte Radiostation und so und auch ein bisschen lästig. 

Abendfarben mischen sich ins helle Winterblau, orange und lachs über den Schneehügeln und dann, endlich, tiefblau. Die Bise bläst ihre Frische überallhin und ich lasse sie in diesen atemlosen Tag. 

Und euch allen wünsche ich nun endlich ein wunderbares, fröhliches und sanftes 2022! 

xx

2 Kommentare zu „Von Wies. Und Neuanfängen.“

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