Wenn Feen schlafen…

Als das grosse Mädchen noch ein Baby war, hielt ich oft im Arm, wenn sie schlief. Las dazu was, oder drückte auf dem Handy rum oder blickte einfach staunend auf das kleine Leben.

Es waren lange (und ehrlicherweise manchmal auch langweilige), aber kostbare Momente. Denn ich lernte ihren Atem kennen, ihren Geruch, ihren Zauber.

Und sie, sie schlief tatsächlich mal wie ein Baby. Tief und selig und friedlich und wenn sie aufwachte, war sie super gelaunt und für jeden Babystreich zu haben. 

Wenn die kleine Fee schläft, lege ich sie meist ab, decke sie mit der warmen Herbstdecke zu und streichle kurz ihr Köpfchen… aber dann bin ich weg. Dahin wo alles liegen bleibt… Nur mal kurz staubsaugen oder waschen oder aufräumen. 

Meist gehts nicht lange, und sie wacht auf. Unausgeschlafen, und nicht sonderlich zufrieden.

„Sie lüeft del“! ruft dann auch das grosse Mädchen. 

Das will ich so nicht mehr – oder jedenfalls nicht mehr immer. Ich lasse den Haushalt so, wie er nun mal sein will, stolpere hier und da über einen Legostein und hinke der Wäsche nach. Ich verzichte auf Ordnung und verschenke stattdessen meine Zeit, grosszügig und frei, denn sie kommen nicht zurück, diese Momente, in denen ich das Wichtigste geben kann:

Nähe. Vertrauen. Und Bindung. 

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